Besuch aus Neukirchen

Energielandwirt Leonhard Rösel, Finalist für den Ceres-Award, besucht Barbara Lanzinger im Deutschen Bundestag

Wer ist Deutschlands bester Landwirt? Diese Frage stellte sich eine Fachjury bei der Verleihung des Ceres-Awards in der „Nacht der Landwirte“ am vergangenen Dienstag. Unter den Nominierten waren auch fünf Landwirte aus Bayern, darunter Energielandwirt Leonhard Rösel aus Neukirchen, dem nicht nur die Amberger Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger bei der Preisverleihung die Daumen drückte. Auch seine Eltern Claudia und Hermann Rösel und Freundin Tina waren mit nach Berlin gekommen.

Als Verfechter der erneuerbaren Energien hat Leonhard Rösel seinen Vater davon überzeugt in Biogas zu investieren und so folgte 2006 der Bau der Biogasanlage.
Nach seiner Ausbildung zum Techniker und Fachagrarwirt für Erneuerbare Energien wurde Leonhard Rösel Energieberater in Teilzeit am Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten in Neumarkt, der Landwirtschaftsbetrieb ist als Nebenerwerb geführt.

Sein Spezialgebiet sind Energiepflanzen, mit denen er versucht möglichst viel Mais auf seinen Feldern zu ersetzen. Auch mit dem Anbau des ungarischen Grases Szarvasi, als Maisalternative, experimentiert Rösel um so eine Vielfalt für den Betrieb zu bekommen. So lässt er höchstens 30 Prozent Mais in der Fruchtfolge zu, den er mit Blühstreifen umpflanzt.
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Zwar ist es mit dem Ceres-Award in diesem Jahr nichts geworden, dennoch verlängerte Rösel, zusammen mit seiner Familie, den Aufenthalt in der Bundeshauptstadt. Tags darauf besuchten sie die Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger im Deutschen Bundestag. Dabei stand auch ein Besuch auf der Terrasse des Reichstagsgebäudes mit Blick auf die Kuppel auf dem Plan.
Auch wenn Rösel in diesem Jahr den begehrten Landwirtschaftspreis nicht mit nach Hause nehmen konnte, gratulierte ihm Barbara Lanzinger für die Nominierung. Lanzinger: „Ich bin sehr stolz auf unsere ausgezeichneten und kreativen Landwirte in unserer Region. Wir brauchen für eine zuverlässige Stromversorgung auch eine dezentrale Lösung aus erneuerbaren Energien. Leonhard Rösel hat mit seiner Nominierung gezeigt, dass es sich lohnt mit Energiepflanzen zu experimentieren und nicht nur auf Mais zu setzen. Ich drücke ihm jetzt schon für nächstes Jahr die Daumen.“


Hintergrund:
Der Ceres-Award zeichnet die besten Landwirtinnen und Landwirte Deutschlands aus. Aus 31 Finalisten wurden am vergangenen Dienstag, 18. Oktober, im KOSMOS in Berlin im Rahmen der Veranstaltung "Nacht der Landwirtschaft" die Gewinner geehrt. Eine unabhängige Expertenjury aus Fachleuten der Branche, Redakteuren des Agrarmagazins dlz und dem Sponsor der jeweiligen Kategorie bewerten die Bewerbungen in einem zweistufigen Verfahren. Im Laufe der Auswahlphase werden die Nominierten von der Jury auf ihrem Betrieb besucht. Landwirt des Jahres 2016 wurde Michael Dörr aus Roßdorf in Hessen.

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